Wir wohnen und leben im Zentrum, wir sind in der Stadt unterwegs. Das Haus wird ein Rückzugsort, die Wohnung eine Insel. Als Gegenpol zum "Carloft" also die Fahrradwohnung, mit Fahrrad und Kinderwagen in die Etage, genügend eigene Balkon- und Terrassenfläche. Barrierefrei, Ökoenergie, Solarwärmeunterstützung, große eigene Frei- und Nebenflächen wie Balkon und Terrasse für Frühstück, Spiel, Fahrrad, Kinderwagen. Daher großer Lift. Auf einer oder auf mehreren Ebenen wohnen. Keine Auto-Garagen. Im Erdgeschoss gemeinsame Nutzung oder berufliche Nutzung. Selbstausbau möglich. Nähe und Individualität in Balance. Solidarität/Nachbarschaftlichkeit sind keine Fremdwörter.

Das Fahrradloft besteht aus zwei Häusern, eines im Norden an der Leopoldstraße und eines im Süden an der Lückstraße. Dazwischen liegt der etwa 2000 qm große Gemeinschaftsgarten, der für Feste, zum Erholen, zum Sonnen und von den Kindern zum Spielen genutzt werden kann. Die genaue Planung der Gemeinschaftsflächen liegt in der Hand der Baugruppe.

Die beiden Häuser haben jeweils zum Garten und zur Straße großzügige Balkonflächen. Zur Straße hin sind die Balkone direkt in das offene Treppenhaus mit Fahrstuhl integriert. Räder, Kinderwagen und Anhänger können so direkt auf die Balkonfläche vor der eigenen Wohnung gefahren werden. Auf der anderen Seite befinden sich die Balkone zum Garten hin. Sie gehen über die gesamte Breite des Hauses bzw. der Wohnung und haben pro Wohnung eine verbreiterte "Nase", um genügend Fläche zu schaffen. Die Balkone fungieren so als erweiterte Wohnfläche. Auf dem Grundstück wird es keine Tiefgarage oder andere Parkmöglichkeiten geben, Autos müssen also konventionell auf der Straße abgestellt werden.


Was ist eine Baugemeinschaft?

Eine Baugemeinschaft bzw. Baugruppe ist ein Zusammenschluss von Personen, die gemeinsam (zum Beispiel) ein neues Haus bauen. Am Ende des Prozesses ist jede Partei Eigentümer der eigenen Wohnung und anteilig an den Gemeinschaftsflächen. Die Baugemeinschaft organisiert sich in der Regel bis zur Fertigstellung des Hauses als Gemeinschaft bürgerlichen Rechts (GbR) und durchläuft verschiedene Phasen (Grundstückssuche, -kauf, Planungsphase, Bauphase). Als Mitglied der Baugemeinschaft ist man, gemeinsam mit den anderen, selbst Bauherr bzw. Bauherrin. Man kauft also keine fertige Wohnung wie auf dem klassischen Immobilienmarkt, sondern plant und baut sie in der Gruppe. Damit übernimmt man selbst einige Risiken, die sonst bei einem Investor liegen würde, spart dafür Geld und gewinnt viel Gestaltungsspielraum. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich diejenigen, die später in die Wohnungen einziehen werden, bereits in der Planungs- und Bauphase kennengelernt haben.

Baugemeinschaften, vor allem größere wie diese hier, benötigen eine externe Projektsteuerung. Diese moderiert nach innen die Gruppe der BauherrInnen (i.d.R. aus Laien bestehend) und sorgt z.B. dafür, dass die Entscheidungen fristgerecht getroffen werden. Nach außen hin koordiniert sie die Zusammenarbeit zwischen BauherInnen (also den Mitgliedern der Baugemeinschaft), Architekten, Fachplanern und Baufirmen.

Weitere Informationen zu Baugruppen gibt es bei Wikipedia, auf dem Wohnportal Berlin, auf der Seite "Baugemeinschaft Berlin" und in folgenden Büchern:

  • Steffen Keinert & Andreas Büsching (2012): Handbuch Baugemeinschaften: Der Wegweiser in das Zuhause mit Zukunft. Blottner. (Eine einfache, klar verständliche Einführung in das Thema.)
  • Kristien Ring u.a. (2013): Selfmade City Berlin: Stadtgestaltung und Wohnprojekte in Eigeninitiative (Englisch). (Stellt jeweils das Konzept und zentrale Merkmale von vielen verschiedenen Baugemeinschaften nur aus Berlin vor.)
  • id22 (2013): Co-Housing Cultures. Handbuch für selbstorganisiertes, gemeinschaftliches und nachhaltiges Wohnen. (Zweisprachiges Buch (dt./engl.), welches verschiedene Arten von Wohnprojekten, u.a. Baugemeinschaften, in ganz Europa vorstellt.)